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Nur der HSV…?

11. Februar 2011
By Markus in Allgemein

…oder, was passiert, wenn der HSV-FAN nicht schon im Stadion auf seine Kosten kommt.

Ansonsten enthalte ich mich mal der weiteren Kommentare dazu. Der Film (insbesondere der akustische Eindruck) spricht für sich:

Den Film dazu siehst du hier: Nur der HSV…?

By Thomas in Politisches

 Die Autoren beschreiben eine Welt, in der immer mehr Menschen keinen Grund mehr sehen, die zunehmend destruierte europäische Zivilisation zu verteidigen. Der Anteil der Desperados, die nichts mehr zu verlieren haben, ist in den letzten Jahren gestiegen. Diese Menschen haben jedes Recht, die Verhältnisse, die sie im Dreck leben lassen, zu destruieren. Dieses Manifest der Destruktion ist immer, wenn es handlungsanleitend sein will, unvereinbar mit einer linken Politik, deren Ziel es ist, die Reste der zivilisatorischen Errungenschaften zu retten. Bei der Frage der Legitimation des kommenden Aufstandes und der damit verbunden Gewalt bietet das unsichtbare Komitee nur Phrasen: Carl Schmitt für Arme!

Warum empfehle ich trotzdem die Lektüre? Wenn Wolfgang Pohrt mit seiner These, dass mit der Verwandlung der Gebrauchswerte in Tauschwerte auch der  „Traum von einer Sache“ nicht mehr geträumt werden kann, recht hat, ist die Destruktion der herrschenden Verhältnisse nicht mehr die Voraussetzung einer anderen und besseren Welt. Sie ist nur noch Destruktion, in der auch die Errungenschaften zerstört werden, die uns noch dazu bringen, diese Gesellschaft zu verteidigen. Gremliza hat in der „konkret“ in den 90ern vorausgesagt, dass die Festung Europa zwar gegen Staaten zu verteidigen sei, aber nicht gegen die Opfer des Kapitalismus.

Die Teil der Menschen, die in Frankreich rebelliert haben, interessieren sich nicht mehr für einen Diskurs, der von Absolventen von Eliteuniversitäten geführt wird und immer folgenlos bleibt und sie im besten Fall im gleichen Dreck stecken lässt, in dem sie vorher lebten.

Der detaillierteren Kritik von Rainer Trampert (http://jungle-world.com/artikel/2011/02/42420.html) kann ich wenig hinzufügen. Seiner Aussage :“ Wer erfahren will, warum »die Katastrophe nicht das ist, was kommt, sondern das, was da ist« (und ein paar Schriften von Marx und der Frankfurter Schule kennt), wird sich nach zwei Buchseiten fragen, warum er lesen soll, was dümmer macht. „ kann ich nicht widersprechen, wenn es um den theoretischen Gehalt geht. Es geht jedoch nicht nur um eigenen Erkenntnisgewinn. Es geht auch darum, gefährlichem Unfug öffentlich zu widersprechen. Die Diffamierung der Zivilisation durch das „Unsichtbare Komitee“ findet deshalb soviel Freunde im bürgerlichen Lager da es zivilisatorische Errungenschaften  kritisiert, die entsorgt werden sollen, um die Profitraten zu stabilisieren/zu steigern.

By Ingo in Allgemein, FC St. Pauli

Vor dem Freiburg Spiel war ich völlig aufgeregt und euphorisiert ob der Aktivitäten von so vielen Menschen.

Zu Beginn des Freiburg Spiels hatte ich einfach nur eine Gänsehaut und Pippi in den Augen, weil das Stadion rot war. Und weil nicht nur die GG, die Nord und die Süd rot waren, sondern auch die Haupt. Was für ein Anblick.

Und nun?

Am 18.01. haben sich Mitglieder des Ständigen Fanausschuss (StFA) und des Präsidiums getroffen und gesprochen. Die Ergebnisse wurden von jeder Seite (relativ) unterschiedlich dargestellt; Tenor ist aber, dass der Ball momentan eher flachgehalten wird, aber die Fanseite misstrauisch bleibt (nach den bisherigen Ereignissen wohl zu Recht). Das Präsidium macht eher den Eindruck, als ob die Kuh erst mal vom Eis ist.

Der Jolly Rouge wird wohl ein fester Bestandteil des Stadions werden; glaubt man dem Forum, dann wird St. Pauli über kurz oder lang schwarz rot werden (Die Stickerindustrie wird sich freuen). Das Präsidium wäre gut beraten, das zu beachten. Der Protest ist nicht vorbei. Er ruht vielleicht, aber er lebt weiter. Das betrifft nicht nur die aktuelle Situation, sondern ist eine Grundstimmung.

Ich hoffe, dass das beim Präsidium angekommen ist. In diversen Blogs und Forumsbeiträgen wird deutlich, dass St. Pauli für viele mehr als ein Fussballverein ist. Von Lebensgefühl oder sogar von Liebe ist da die Rede. Andere sprechen vom Stadion als zweites Wohnzimmer. Auf jeden Fall, und das ist hoffentlich endlich angekommen, ist es so viel mehr als ein Kunden/Dienstleister Verhältnis. Die Sozialromantiker haben das in ihrem jüngsten Beitrag deutlich gemacht, indem sie von Vertrauen schrieben; ein Vertrauen, dass sich der Vorstand erst wieder erarbeiten muss. Zu einem Dienstleister brauche ich kein Vertrauen zu haben; es reicht, wenn er für gegen Geld Dienste leistet (und manchmal klappt bei St. Pauli nicht mal das). Vertrauen muss ich aber zu jemanden haben, der an meiner statt handelt. Und das tut der Verein nun mal zwangsläufig; angefangen beim Stadion über die Vermarktung bis hin zur Personalpolitik. Da muss ich darauf vertrauen, dass der Verein so handelt, dass ich damit leben kann. Tut er das nicht, habe ich zwei Möglichkeiten: Ich kann protestieren oder ich kann gehen. Gehen will ich nicht, dafür ist mir der FC St. Pauli in den letzten Jahren zu wichtig geworden. Also protestiere ich. Wie zigtausend andere momentan auch.

Pathos hat in seinem jüngsten Blog-Beitrag geschrieben, dass er „einfach nur Fussball gucken will“. Kleinertod hat ihm da Recht gegeben. Entschuldigt Ihr zwei, die Ihr in den letzten Wochen viele gute, kluge und auch ergreifende Kommentare von Euch gegeben habt. Aber da möchte ich Euch widersprechen. Mir geht es nicht nur um einfach Fussball gucken. Das kann ich auch beim AFC oder bei BU. Mir geht es darum, in einem Stadion mit vielen Gleichgesinnten nicht nur zu gucken, sondern auch zu jubeln und zu leiden. Und dieses gleichgesinnt macht sich beileibe nicht nur am Geschehen auf dem Platz fest, sondern auch an der Sympathie mit meinem Nebenmann oder meiner Nebenfrau im Stadion (ok, mal mehr, mal weniger). Und das ist geht nur auf einer gemeinschaftlichen Basis, auf die man sich geeinigt hat und die für mich in den letzten zwanzig Jahren imer selbstverständlicher wurde; irgendwann so selbstverständlich, dass ich davon nicht mehr lassen mag.

Und es ist mir egal, ob sich irgendein Spacken im Stadion mit blöden Sprüchen, Bierbercherwerfen oder Schlimmeren gegen diese Basis, dieses Selbstverständnis verstößt oder eine Vereinspolitik, deren Geschäftsführer offensichtlich nicht in der Lage ist, den FC St. Pauli als etwas anderes als eine „Marke“ zu sehen, die es möglichst optimal, sprich geldwert darzustellen gilt. Von der Fanszene wird immer wieder gefordert, dass sie sich bei bestimmten Sachen selbst kontrollieren soll. Eine durchaus berechtigte Forderung, der auch nachgekommen wird. Das gilt aber für den Verein ebenso. Das Präsidium hat schon dafür Sorge zu tragen, dass Beschäftigte des Vereins keine Aktivitäten starten, die mit einer gemeinsamen Vereins-/Fanpolitik nicht kompatibel ist (wie in den letzten Wochen durchaus geschehen).Wenn das passiert, gehe ich gegenan. Und das Schöne ist: ich bin da nicht alleine.

Wichtig ist dabei, dass sich dieser Protest nicht nur gegen Vermarktungsstrategien wendet, sondern auch gegen andere Aktivitäten, die diese Basis ignorieren. Die Vereinsführung sollte sich vor Augen führen, dass, solange die Fans noch protestieren, es noch ein bestimmtes Grundgefühl bei den Fans gibt. Erst wenn sie nicht mehr protestieren, sondern gehen, wird dem Verein vielleicht klar werden, dass es keine gemeinsame Basis mehr gibt. Es gehen dann nicht nur einfach Fans, sondern Menschen, die das Bild des FC St. Pauli mehr geprägt haben, als es ein Vermarktungsstratege je vermöchte (Es klingt mir ein bisschen zu pathetisch, als dass ich jetzt von „Seele“ sprechen möchte). Oder, um es o, Vermarktungssprech auszudrücken: Es ginge das Alleinstellungsmerkmal dieses Vereins. Das muss sich die Vereinsführung bei allem, was sie so treibt, vor Augen führen. Immerhin ist die Vita aller Präsidiumsmitglieder auch von den Ereignissen und Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre geprägt. Und sie sollten zumindest ahnen, dass sie nicht so ohne weiteres alles machen können, was sie wollen; da hat die Fanszene sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Vereins ein Wörtchen mitzureden. Anders gesagt: Wenn das Präsidium keine Mecker riskieren will, dann soll sie sich anstrengen, unser Vertrauen zurückzubekommen. Sonst wird eben gemeckert: Laut, deutlich, bunt und anarchistisch.

Es gilt: Vorstände kommen, Spieler gehen, der FC bleibt bestehen

By Thomas in Allgemein

So richtige Feierstimmung wollte beim Aufstieg bei mir nicht entstehen. Zu ambivalent waren die Einschätzungen über die Zukunft des Vereins. Hinter dem Jolly Roger glänzten schon die Augen der Vermarktungsspezialisten. Vor, während und nach  dem Spiels gegen Freiburg hat sich die Ambivalenz in Hoffnung verwandelt. Jetzt sind wir , die Fans und Mitglieder des Vereins in der ersten Liga angekommen.

Im Netz stehen schon Texte, die Passagen enthalten, denen ich nur neue Varianten hinzufügen könnte. Nach dem Spiel, auf dem Weg nach Berlin, habe ich Rubberslime, Song 1 gehört.

Probiert das ‘mal aus. Lautstärkenregler auf maximal.

Auf dem Weg hin zum Kiez, an der alten Bullenwache
Gibt’s nen Club und der ist schon ewig hier
Braune Farbe, morsches Holz, altes Eisen – Na was soll’s
Spürt den Willen und unverschämten Stolz

Ich bleib stehen, schau mich um
Lausch dem Klang des fernen Grollens
Das Echo schallt, wird zum Donnerhall

Wann geht der Himmel auch für mich wieder auf?
Wann steht St. Pauli wieder auf?
Wann strahlt die Sonne wieder, singe ich meine Lieder?
Wann steht St. Pauli wieder auf?

Auf dem Weg hin zum Platz, düstre Ahnung macht sich breit
Mag ich die letzten Meter kaum mehr gehen
Große Spiele lange her, glaube doch an Wiederkehr
Denn noch immer ist das Stadion nicht leer

Ich bleib stehen, schau mich um
Seh die Menge wie sie tobt
Und ich schrei, schrei so laut ich kann

Wann geht der Himmel auch für uns wieder auf?
Wann steht St. Pauli wieder auf?
Wann scheint die Sonne wieder, singen wir unsre Lieder?
Wann steht St. Pauli wieder auf?

Jetzt reißt der Himmel auch für uns wieder auf
Jetzt steht St. Pauli wieder auf
Dann strahlt die Sonne wieder, wir singen unsre Lieder
Jetzt steht St. Pauli wieder auf

Rubberslime, Song 1

Aufruhr, Widerstand?

29. Dezember 2010
By Ingo in FC St. Pauli, Politisches

Um es vorneweg zu sagen: Ich habe den Aufruf der Sozialromantiker unterschrieben und ich trete auch offensiv dafür ein, dass der Rote Stern das als Fanclub auch machen wird.

(Wer den Aufruf noch nicht kennt oder gelesen hat: http://www.sozialromantiker-stpauli.de/wordpress/)

Eine Vermarktungsstrategie, wie sie derzeit von der Vereinsführung verfolgt und umgesetzt wird, ist nicht meine und soll es auch nicht werden. Deswegen trete ich dafür ein, dass die „aktive Fanszene“ dieser Vermarktung etwas entgegensetzt. Und je mehr dieser Meinung sind, desto schwerer fällt es der Vereinsführung, derartige Vermarktungsstrategien umzusetzen.

Der FC St. Pauli hat in den letzten Jahren viele kleine und große Schritte in Richtung Kommerzialisierung gemacht, die auch mehr oder weniger kritisch betrachtet wurden. Beispielhaft dafür steht die Retteraktion, die den Verein zweifellos vor einer Insolvenz und Kreisligagekicke gerettet hat. Wir, und damit meine ich die Fanszene, waren damals bereit, den (verdammt hohen) Preis dafür zu zahlen; es ging immerhin um die Existenz des Vereines. Und da haben wir es ertragen, dass der FC St. Pauli sich, wie es der Ex-Präsident Cornelius Littmann so treffend wie wahr beschrieb, „prostituiert“ hat. Die Alternativen waren damals völlig klar: Entweder sich kaufen lassen (Kommerzialisierung) oder Abstieg in die Kreisliga. Ich habe damals für die Kreisliga votiert, war aber nicht mehrheitsfähig (und muss jetzt gestehen, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich es damals ernst meinte). Die Mehrheit hat sich für Prostitution entschieden und jetzt spielen wir in der ersten Liga.

Andere „Vermarktungsstrategien“ des Vereins sind dagegen komplett gegen die Wand gefahren. Erinnert seien hier an die Aktionen „Millerntaler“ oder Verkauf des Stadionnamens. Beides hat nicht geklappt, weil: nicht mehrheitsfähig (sei es im Stadion oder im Verein). Das war auch deshalb der Fall, weil es hier eben nicht um die Existenz des Vereins ging. Scheitern von Konzepten tat hier nicht weh; niemand musste damit rechnen, dass die Nicht-Einführung des „Millerntalers“ Spiele in der Kreisklasse zur Konsequenz haben. Da widersteht es sich denn schon mal leichter. Aber ich will hier keine Fan-Beschimpfung vom Stapel lassen, sondern lediglich verdeutlichen, dass auch die „kritischen“ Fans sehr wohl Interesse an professionellen Fussball haben und bereit sind, dafür kommerzielle Kompromisse einzugehen.

Wobei der eigentliche Vermarktungsclou völlig lautlos über die Bühne ging: Der Kauf der Rechte am Totenkopf. Damit hat der Verein nicht nur das Symbol, sondern auch gleich große Teile der Fanszene eingekauft. Was mal als Symbol des „kritischen“ Fans galt, ist jetzt ein Modegag. „Die Straße trägt St. Pauli“; na klasse. Dagegen hat niemand protestiert, obwohl es für die kritische Fanszene die schlimmste aller Kommerzialisierungen war: Der Verkauf und die Vermarktung des eigenen Symbols. Damit war offiziell die kritische Fanszene domestiziert und wurde so zu einem wesentlichen Teil der Vermarktungsstrategie. Wir waren auf einmal Teil einer „Marke“ oder, wie Michael Meeske es in einem Zeitschriftenartikel neudeutsch ausdrückte, eines „Brands“. Die Kreativität der Gegengerade, der Süd (Ultras: Immer wieder großes Kino!) und der Nord werden in der Marketingstrategie einbezogen; wir sind nicht Teil der Lösung, sondern des Problems. Und, so lange die Fanszene supportet, ist auch alles in Ordnung. Oder, um es mit Jürgen Habermas auszudrücken: Das System „Verein“ (zu dem ja auch nicht wenige Leut aus der Fanszene gehören) okkupiert das System „Fanszene“. Und das geht so lange gut, so lange die Fanszene der Meinung ist, nach wie vor, und sei es auch in noch so geringem Maße, ihr Fandasein entsprechend ihren Vorstellungen leben zu können. Die Frage, die es in diesem Sinn zu beantworten gilt, ist: Wie weit ist das Stadium der Okkupation bereits fortgeschritten? Gibt es das „Fandasein“ überhaupt noch oder ist es nur ein Teil des Vereins (der Vermarktung)? Ich glaube, es ist nicht mehr sehr viel „Fandasein“ vorhanden und es gilt, diesen Teil wieder auszubauen und zurückzu erobern.

Die Sozialromantiker erwähnen in ihrem Aufruf den Fankongress und die verabschiedeten Leitlinien und sie beziehen sich darauf. Ein im Zusammenhang mit diesem Aufruf verfasster Blogbeitrag (den ich nicht zitieren mag, weil ich sonst wieder Mecker bekomme) stellt sehr richtig fest, dass diese Leitlinien interpretierbar sind. Der Verfasser bemühte einen Vergleich zum Grundgesetz. Regeln oder Leitlinien sind immer interpretierbar, oder wie es Käpt’n Barbossa im ersten Teil des Fluchs der Karibik beschrieb, „so eine Art Handlungsorientierung“. Der Verein hält sich an diese Beschreibung und interpretiert die Leitlinien. Blöderweise nicht so, wie es sich die Fanszene vorstellt. Aber: So lange die Fanszene bereit ist, um des lieben Kompromisses willen zu verhandeln, so lange wird der Verein den Spielraum ausreizen. Das heißt für mich: Keine Kompromisse mehr!

Der Verein nimmt die Fanszene als Verhandlungspartner offensichtlich nicht ernst. Das hat für mich die Konsequenz, nicht mehr mit ihm zu reden. Wenn Verhandlungs- und Kompromissbereitschaft als Schwäche ausgelegt werden, ist es höchste Zeit, Stärke zu zeigen.

Wobei, und das ist ein wesentliches Problem: Es geht nicht nur gegen den Verein, sondern auch gegen eine zunehmend spaßorientierte Fanszene, die der Meinung ist, dass jedwede Form der Kommerzialisierung zu begrüßen ist, so lange es dem professionellen Fussball beim FC St. Pauli nützt, bzw. ihr dies erzählt wird. Und damit stellt sich die Frage, wie diese Gruppierung in Proteste einbezogen werden kann, um tatsächlich Druck ausüben zu können. Die Blockadeaktion der letzten Saison und die Reaktionen der Fans darauf gibt hier eher zu Pessimismus Anlass.

Schlußendlich wird es darum gehen, sich zu entscheiden, den Kommerzweg mitzugehen oder doch, wie es der von mir nicht zitierbereite Blogger schrieb, den AFC St. Pauli zu gründen und sich einen neuen Schonraum in der Kreisklasse zu suchen. Um das für mich zu entscheiden, ist nicht nur das Verhalten des Vereins, sondern auch der Fanszene wichtig.

Also: Aufruhr, Widerstand – es gibt kein ruhiges Hinterland.

By Ingo in Neubau GG

Nun war es soweit: Am 02.12.2010 trafen sich die Fanclubs

Alte Meister

Alte Schule

Kiezwichtel

Roter Stern

im Vereinsheim des FC St. Pauli.

Sinn und Ziel des Treffens waren Überlegungen, wie man sich in der neuen Gegengeraden (GG) positionieren könnte. Außerdem hatte das Treffen den Zweck, dass sich alle Beteiligten überhaupt einmal kennenlernen. Die Vertreter der Fanclubs haben sich bzw. ihre Clubs erst mal vorgestellt und erzählt, was so ihre Interessen im Stadion und rund um den besten aller Fußballclubs sind. Bis auf die Kiezwichtel konnten sich die Clubs auch durchaus vorstellen, zusammen einen neuen Block auf der GG zu bilden. Die Vorbehalte der Kiezwichtel bezogen sich auf ihre eigene Heterogenität und einer gewissen Skepsis gegenüber einem großen Supportblock in der Mitte.

Als wesentliche Inhalte für einen Supportblock in der GG haben sich herauskristallisiert:

    • Wilder und mächtiger Support
    • Die Möglichkeit gemeinsamer Aktionen (als Beispiele wurden u.a. Blockfahne, Aktion gegen den „Millerntaler“ genannt)
    • Vermeiden von einer Infiltration durch Modefans oder anderer Spacken.

Was wir auf keinen Fall wollen (und was auch explizit ausgeschlossen wurde):

  • Das Treffen soll keine Konkurrenzveranstaltung zu bestehenden Strukturen (Fanclubsprecherrat, AG Stadionbau usw.) werden.
  • Wir wollen keine Gegenveranstaltung zu den Ultras sein, sondern in unserem eigenen Stil supporten.
  • Die Ultras werden von allen Anwesenden als wichtiger Faktor in der Fanszene angesehen (auch wenn ihr Support nicht unbedingt unser ist).
  • Wir wollen keinen Vorsänger, sondern unseren Support spontan aus dem Block heraus entwickeln.
  • Wir wollen als Fanclubs auf jeden Fall unsere Eigenständigkeit bewahren.

Nachdem das so weit geklärt war, haben wir uns um die mögliche Umsetzung dieser Idee gekümmert.

Dabei ist es zu folgende Ergebnissen/Überlegungen gekommen:

  • Vorschlag der „Alten Schule“ ist es, mit dem Zusammengehen nicht bis zum Neubau der GG zu warten, sondern möglichst bald damit anzufangen. Einmal würde es immer etwas dauern bis solche Sachen anlaufen, das hätten ihre Erfahrungen mit der Umsetzung des Supportblocks GG der letzten Jahre gezeigt und zweitens könnte man damit auch im Vorfeld ausprobieren, ob es zusammen klappt. Deshalb wurde von mehreren Personen das Ziel formuliert, möglichst bis zum ersten Heimspiel der Rückrunde 2010/11 zusammenzurücken. Wenn der Neubau sich verzögert, würde ein baldiges Handeln ein ewiges Abwarten verhindern. Dazu müssten sich die Kiezwichtel und der Rote Stern nach rechts bewegen.
  • Die Kommunikation soll möglichst transparent gestaltet werden. Bis auf weiteres werden wir Mailverteiler und den Blog des Roten Sternes benutzen. Mittelfristig wollen wir im Forum ein Unterforum haben.
  • Es sollen noch weitere Fanclubs angesprochen werden. Insb. wurde Last Minute genannt, die ja ohnehin schon bei der Alten Schule stehen.
  • Wenn es einen neuen Block gibt, dann soll er in Höhe der Mittellinie positioniert werden.

Zum weiteren Vorgehen:

    1. Bei den Kiezwichteln ist es grundsätzlich noch unklar, ob sie überhaupt mitmachen werden. Dort wird die Diskussion weitergeführt.
    1. Auch der Rote Stern hat darauf aufmerksam gemacht, dass ein wenig Zeit gebraucht wird, um möglichst mit allen Sternen darüber diskutieren zu können, wie es weitergehen soll. Zwar haben die anwesenden Sterne signalisiert, dass sie sich mit der Idee anfreunden könnten. In den Gesprächen im Vorfeld war allerdings nie an ein sofortiges Handeln in dieser Form gedacht worden. Zusätzlich waren im Umfeld, das mit den Sternen derzeit zusammensteht, einige (Einzelpersonen, sowie auch Gruppen) über das Treffen angesprochen worden und müssen nun über den Ausgang des Abends informiert werden. Im Umfeld gibt es zum Teil auch schon lose Absprachen was ein mögliches weiteres Zusammenstehen auf der neuen GG angeht. Wenn der Rote Stern & alle, die informiert wurden/werden umziehen, könnten das, wenn alle mitkommen, ca. 40 Leute werden.
    1. Wir haben abschließend vereinbart, dass wir im kommenden Jahr, vor dem ersten Heimspiel der Rückrunde, ein zweites Treffen im Fanladen abhalten, um uns über den aktuellen Stand auszutauschen und das weitere Vorgehen zu planen. An diesem Treffen könnten dann evtl. auch weitere Gruppen teilnehmen.

Der Fanladen wird von der Alten Schule kontaktiert und der Termin dann an alle weitergegeben.

Netter Abend

Dann löste sich die Runde in alle möglichen Gesprächskreise auf.

Forza

By Thomas in FC St. Pauli

Das Abendblatt, Holger Meins und USP

…..Auf den ersten Blick ist der Abendblattartikel „Die Ultra-Nervigen vom Millerntor – ein Plädoyer“ vom 20.11.10 nur ein Haufen Dreck den ein Schreiberling auf Zeitungspapier hinterlassen hat. Am besten nicht rein treten, sonst bleibt am Schuh etwas kleben. Sich mit dem Wahrheitsgehalt oder der journalistischen Qualität zu beschäftigen, ist genauso sinnlos wie die Auseinandersetzung mit einigen Usern im St. Pauli Forum. Es gibt jedoch einen Sub-Text in dem Artikel, der durchaus interessant ist.
Das erbärmlich rumgenöle gegen den Sing-Sang, der von USP manchmal praktiziert wird, ist nur die nur die Trägersubstanz für eine Kritik an der Rest-Linken, die im Stadion steht. Menschen, die in ihrem Lebensumfeld – und das Stadion gehört dazu – keinen rassistischen oder sexistischen Dreck dulden/dulden wollen, vorzuwerfen das sie intolerant sind, ist unglaublich irrwitzig. Selbstverständlich ist die Stadionordnung ein Aufruf und eine Verpflichtung zur Intoleranz. Sie bittet den Biedermann, der Schwulenwitze erzählt nicht doch bitte leiser zu reden, sondern bietet Handhabe den Drecksack aus dem Stadion zu schmeißen. Das ist kein Toleranter Umgang, keine akzeptierende Sozialarbeit. Es ist die Drohung mit einem Übel.
Die unendliche Toleranz der ehemaligen Links-Liberalen ist jedoch genau die Beliebigkeit, die benötigt wird um einen Ahlhaus zum Bürgermeister zu machen und endlich die Vorzüge der Marktwirtschaft, ohne schlechtes Gewissen, genießen zu können. Zumindest bis der befristete Arbeitsvertrag ausläuft. Eigentlich will diese Bande, zu deren Sprachrohr der Autor sich machen wollte, nicht anderes als Toleranz für den Verrat, zu dem sie genötigt werden, um zu den vermeintlichen Gewinnern zu gehören. Sicherlich ein schweres Schicksal. Aber warum werde ich mit diesem Scheiß belästigt.
Als „Alter Sack“, der schon lange mit seiner Dauerkarte, die Gegengrade blockiert und somit andere/jüngeren den Zugang zur Gegengrade verwehrt, strapaziert USP häufiger meine Toleranz. Das sie nicht überstrapaziert wird liegt daran, dass ich mit USP nicht nur den Verein und das Stadion teile, sondern auch politische Überzeugungen.

Bevor ich es vergesse: Der Artikel endet mit dem Satz: „Denn die Ultras sind nicht mehr Teil der Lösung, sondern Teil des Problems geworden.“ Dies ist eine Abwandlung eines Zitats aus einem Brief von Holger Meins vom 05.06.74 (der mensch als waffe). Das Originalzitat lautet: „die PRAXIS, die, indem sie einen klaren trennungsstrich zwischen sich und dem feind zieht, am schärfsten bekämpft werden wird. die praxis, die nichts anderes erwartet als erbitterte feindschaft. – das SETZT VORAUS, sich über SEINE EIGENE MOTIVATION IM KLAREN ZU SEIN, sicher zu sein, dass bild-zeitungs-methoden bei einem nicht mehr verfangen, DIE GANZE SCHEISSE, dass einen die nicht trifft.
entweder du bist ein teil des problems oder du bist ein teil der lösung. DAZWISCHEN GIBT ES NICHTS. so einfach und doch so schwer.“( Dokument: die waffe mensch /holger 5.6. aus: das info /briefe von gefangenen aus der raf aus der diskussion 1973-1977. Neuer Malik Verlag 1987)
Das ist nun wirklich bizarr.

Auf ins Kino – Machete

19. November 2010
By Thomas in Klönschnack

Robert Rodriguez ist es gelungen eine Mischung aus “From dusk till down” und “Bread and roses” zu drehen. Danny Trejo ist Machete und Machete ist die Nemesis für alle Reaktionäre und Rednecks in Texas.

Ein echtes Rodriguez-Massaker. Diesmal aber mit politischer Botschaft.

Für alle die wissen wollen, welche praktische Relevanz die Information hat, das der Mensch einen 18 Meter langen Dickdarm besitzt, ist der Film eine Pflichtveranstaltung.

Machete ist ein Actionfilm von Robert Rodriguez und Ethan Maniquis mit Danny Trejo in seiner ersten Hauptrolle. Weitere Darsteller sind Robert De Niro, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Steven Seagal, Cheech Marin, Jeff Fahey, Lindsay Lohan und Don Johnson.

Der Film basiert auf einem Fake-Trailer aus dem Grindhouse-Film „Planet Terror“. Die Hauptfigur ist Machete Cortez. In den USA wurde der Film am 3. September 2010 von 20th Century Fox veröffentlicht; in Deutschland wird der Film von Sony Pictures vertrieben. Der deutsche Kinostart wurde vom ursprünglichen Termin (18. November 2010) vorverlegt auf den 4. November 2010.

By Ingo in FC St. Pauli

Und doch noch ein Bericht von der JHV zum Thema Ehrenpräsident. Auslöser ist die gestrige Ankündigung des Ehrenrates (14.11.2010), Cornelius Littmann die Ehrenmitgliedschaft des FC St. Pauli anzutragen; sozusagen als „Ersatz“ für den Ehrenpräsidenten. Ein Angebot, das Littmann abgelehnt hat. Man liegt wohl nicht falsch, wenn man die Vermutung äußert, dass ihm dies nicht reichte.

Im Vorwege ist ja schon von allen möglichen Leuten alles mögliche geschrieben worden (incl. des Autors). Die Meinungen waren durchaus unterschiedlich und auch auf der gestrigen JHV war deutlich, dass die Meinungen zu dem Antrag der sportlichen Leitung u.a. nicht gerade einheitlich bewertet wurde.

M.E. nach ist mit der Nichtbehandlung ein sinnvoller Weg eingeschlagen worden, weil so, mal völlig abgesehen von Satzungsfragen, der Versammlung die Auseinandersetzung um die Person Littmann erspart blieb. Klar war von Anfang an, dass der Antrag polarisieren würde und es gab nicht wenige in der Versammlung, die einen Rückzug Littmanns für klug gehalten hätten, weil er so einer Selbstbeschädigung entgangen wäre. Aber er wollte nicht, und das zeigt mir deutlich, dass er die Ehrung mit Macht und Gewalt haben wollte; koste es, was es wolle. Nachdem der Antrag wg. Nichtbefassung von der Agenda verschwand, verschwand auch Littmann, doch dazu nachher mehr.

Nachgerade erstaunlich ist dann ein Zitat Littmanns in der Mopo und im Abendblatt vom 15.11.2010: „Das war mir zuviel Theater (Anmerkung des Autors: Merkwürdige Aussage für einen Theatermann). Ich habe zwischendurch daran gedacht, ans Mikrofon zu treten und zu sagen: Lasst es doch einfach bleiben. Mein Glück hängt nicht von dieser Ehrung ab.“ Mal ernsthaft, wer soll das nach dem Vorgeplänkel glauben?

Mit einer gewissen Spannung durfte man dann abwarten, was dann am zweiten Tag geschehen würde. Littmann war da, aber der Ehrenrat bot ihm nun doch nicht die Ehrenmitgliedschaft an. Ich habe nach der Sitzung ein Ehrenratsmitglied gefragt, warum der Vorschlag nicht kam. Begründung: Littmann wollte das nicht.

Was soll man davon halten? Ich für meinen Teil interpretiere das wie folgt: nachdem Littmanns Begehr auf Ehrenpräsidentschaft (und darunter tut ers ja nicht) indirekt abgelehnt war, verließ er nicht nur beleidigt die JHV, sondern verzichtete auf auf die Ehrenmitgliedschaft, weil: unter seiner Würde.

Und das ist wirklich im höchsten Maße unappetitlich. Ich gebe zu, ich tue mich mit Begriffen wie „Ehre“ schwer. Würdigungen für Leistungen dagegen sind völlig ok und so wird bei St. Pauli der Begriff der Ehrung auch verstanden: Als eine Würdigung für besondere Leistungen. Es gibt wohl in diesem Verein niemanden, der die Leistungen Littmanns nicht anerkennen würde. Die Bereitschaft des Ehrenrates, Littmann die Ehrenmitgliedschaft anzutragen, zeigt, wie sehr der Verein seine Verdienste würdigt (auch wenn er noch keine sechzig Jahre Vereinsmitglied ist). Und es hätte wohl kaum jemand in der Versammlung gegeben, der Littmann die Ehrenmitgliedschaft verweigert hätte. Aber nein, die Diva Littmann wollte nicht; sie war offensichtlich beleidigt und fühlte sich unter Wert behandelt.

Wenn ich dann aber heute erlebt habe, für welche Leistungen Ehrennadeln, Ehrenteller oder Ehrenmitgliedschaften verliehen wurden, dann fällt mir zu dem Verhalten Littmanns eigentlich nur noch ein Wort ein: Schäbig.

Wie geschrieben, kann man zu Ehrungen ein gespaltenes Verhältnis haben. Wer aber heute abend erlebt hat, wie die Versammlung sich erhoben hat, um Leute wie Günther Peine oder Inge Schnell (als Beispiele, ohne die anderen Jubiliare herabzuwerten) für ihre Leistungen zu würdigen, ja, auch zu ehren und die gesamte JHV stehende Ovationen von sich gab, der bekommt schon ein merkwürdiges Gefühl, oder, wie einige meinten „Pippi in die Augen.“ Cornelius Littmann hätte seinen Platz in der Riege der Menschen, die Außergewöhnliches für diesen Verein, und das unter hohem persönlichen Einsatz, geleistet haben und noch werden, haben können.

Er wollte ihn nicht, weil er ihm nicht genügte, weil er seine Leistungen so hoch einschätzte, dass sie ihm einen besonderen Rang im Verein verschaffen sollten. Mit dieser Meinung steht er vielleicht nicht allein. Ich persönlich bin aber der Meinung, bevor ein Cornelius Littmann die Würde eines Günther Peine haben wird, die ihn zu einer Ehrenmitgliedschaft berechtigen würde, wird uns wohl der Himmel auf den Kopf fallen.

Und das meine ich mit „durch und durch unapetittlich“: Littmann setzt sein Leistungen über die anderer und will das honoriert haben.

Ich hoffe mal wirklich, dass der letzte Satz in dem o.a. Interview zutrifft: „Wer weiß, ob das nächstes Jahr wieder Thema wird.“

Sollte das wider meines Erwartens der Fall sein und wir haben die Debatte wieder, dann werde ich alles dafür tun, dass Littmann kein Ehrenpräsident wird. Das hat er sich in den letzten beiden Tagen gründlich verscherzt.

By Ingo in Neubau GG

Erste Absprachen und erste Ergebnisse: Am 2. Dezember treffen sich um 19.00 Uhr im Vereinsheim Vertreter der Fanclubs Alte Schule, Alte Meister, Kiezwichtel und Roter Stern.

Wir wollen uns gegenseitig mal kennenlernen, wahrscheinlich dummes Zeug reden und uns darüber unterhalten, wie wir uns eine mögliche gemeinsame Zukunft in der neuen Gegengeraden vorstellen können. Eine Tagesordnung oder so was wird es nicht geben, und es ist jede oder jeder, die/der interessiert ist, herzlich eingeladen, am Treffen teilzunehmen.

Wir alle freuen uns jetzt schon.

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